Vogelsberg am 27.03.2020

Vogelsberg am 27.03.2020

Nach fast zwei­monatiger wet­terbe­d­ingter Absti­nenz kon­nte ich am 27.03 endlich wieder für eine Beobach­tungsnacht in den Vogels­berg fahren. Da Björn am Fre­itag arbeit­en musste und somit nicht kom­men kon­nte rech­nete ich damit die Nacht dort alleine zu ver­brin­gen. Als ich dann gegen halb neun dort ein­traf stand aber bere­its ein klein­er Bus auf dem Park­platz. Neben dem Bus baute ger­ade ein weit­er­er Hob­byas­tronom sein­er Aus­rüs­tung auf. Es han­delte sich dabei um den Astro­fo­tografen Har­ald den ich bis zu diesem Abend noch nicht kan­nte. Wir unter­hiel­ten uns kurz und dann begann ich mit dem Auf­bau meines Teleskops. Ger­ade als ich fer­tig war mit auf­bauen traf auch noch Matthew ein. Es sollte also doch ein Abend in toller Gesellschaft wer­den.

Meinen Beobach­tungsabend habe ich mit dem Ori­on­nebel M42 begonnen. Im Anschluss habe ich mich den großen Wagen zugewen­det um dort die bei­den Galax­ien M81 und M82 zu beobacht­en. An diesem Abend entschloss ich mich auch die bei­den benach­barten Galax­ien NGC2976 und NGC3077 anzuschauen. NGC3077 habe ich bei geringer Ver­größerung fast überse­hen. Im Anschluss habe ich mir im großen Wagen noch die Galax­ien NGC3953, M109 und M108 angeschaut. Da neben M108 auch der Eulen­nebel M97 liegt habe ich diesen natür­lich auch noch beobachtet.

Danach habe ich einen kurzen Abstech­er zu Cas­siopeia gemacht und mir dort den Stern­haufen M103 angeschaut.

Nach Cas­siopeia machte ich einen Schwenk über die Ple­jaden Rich­tung Fuhrmann um dort die Stern­haufen M37, M36 und M38 zu beobacht­en. Da das Stern­bild Sti­er direkt an Fuhrmann anschließt, habe ich mir dort noch den Krabben­nebel M1 angeschaut.

Vom Sti­er aus bin ich dann weit­er rüber zum Zwill­ing um mir dort zunächst den offe­nen Stern­haufen M35 und im Anschluss den Eski­monebel NGC2392 anzuschauen. Da ich diesen schon länger nicht mehr beobachtet hat­te habe ich nicht mehr daran gedacht wie klein und wie schnell er deshalb zu überse­hen ist. Aus diesem Grund habe ich dies­mal etwas länger gebraucht um ihn zu find­en. In unmit­tel­bar­er Nach­barschaft zum Eski­monebel liegt der offene Stern­haufen NGC2420 den ich mir an diesem Abend auch das erste mal angeschaut habe.

Ober­halb vom Zwill­ing befind­et sich das Stern­bild Luchs in dem sich der inter­galak­tis­che Wan­der­er NGC2419 befind­et. Da ich mich ja nun in der Nähe befand habe ich diesem Kugel­stern­haufen einen Besuch abges­tat­tet.

Bei Kugel­stern­haufen muss ich zwangsläu­fig immer an M13 im Herkules denken. So ging es mir auch an diesem Abend und ich schwenk­te mein Teleskop in die Rich­tung des Stern­bildes Herkules um mir M13 anzuschauen.

Nun war es wieder Zeit sich etwas den Galax­ien zu wid­men. Ich entschloss mich dazu das Leo Triplett im Stern­bild Löwen aufzusuchen. Die drei Galax­ien waren an diesem Abend her­vor­ra­gend zu sehen. Als näch­stes habe ich die Som­brero Galax­ie M104 im Stern­bild Jungfrau beobachtet. Auch diese Galax­ie war sagen­haft gut zu sehen. Die näch­ste Galax­ie die ich beobachtete gehört zu meinen Lieblings Galax­ien. Es ist die Black Eye Galax­ie M64. Sie befind­et sich im Stern­bild Haar der Berenike. Der dun­kle Fleck in der Galax­ie war gut zu erken­nen.

Die näch­sten bei­den Galax­ien waren ein Tipp von Har­ald. Sie befind­en sich im Stern­bild Rabe und es han­delt sich dabei um NGC4038 und NGC4039. Lei­der stand der Rabe zum Zeit­punkt der Beobach­tung noch recht tief so dass die Galax­ien nur ziem­lich dif­fus zu sehen waren.

Die näch­ste Galax­ie sollte ein weit­eres High­light des Abends wer­den. Die Galax­ie NGC4565 auch Nadel Galax­ie genan­nt. Auch diese Galax­ie waren diesem Abend über­ra­gend gut zu sehen. Nach der Nadel Galax­ie habe ich die Galax­ien NGC4656 und NGC4631 beobachtet. Bei­de befind­en sich im Stern­bild Jagdhunde. NGC4656 wird auch als Fis­chhak­en Galax­ie beze­ich­net. Wer sie ein­mal gese­hen hat weiß auch sofort warum das so ist. NGC4631 befind­et sich in direk­ter Nach­barschaft und wird auch als Wal Galax­ie beze­ich­net. Direkt neben der Wahl Galax­ie befind­et sich die Begleit­galax­ie NGC4627. Eben­falls im Stern­bild Jagdhunde befind­et sich noch die Galax­ie M94 die ich mir natür­lich auch angeschaut habe. Sie ist klein kom­pakt rund und hat einen extrem hellen Kern. im Anschluss habe ich mir noch die bei­den Galax­ien NGC4625 und NGC4618 angeschaut. Sie befind­en sich etwas rechts von M94. Noch weit­er rechts stößt man auf die bei­den Galax­ien NGC4490 und NGC4485. Auch diese habe ich natür­lich beobachtet.

Nach den ganzen Galax­ien war mir wieder etwas nach Kugel­stern­haufen. also habe ich mir im Stern­bild Jungfrau zunächst NGC5634 angeschaut. im Anschluss habe ich mir dann erneut M13 im Herkules angeschaut. Und auch der kleine Kugel­stern­haufen NGC6229 im Herkules durfte hier nicht fehlen. Danach habe ich noch den Kugel­stern­haufen M3 beobachtet. Im Anschluss an M3 habe ich mir den Ringnebel M57 im Stern­bild Leier angeschaut.

Da der große Wagen mit­tler­weile hoch am Him­mel stand habe ich den Ver­such ges­tartet die Feuer­radgalax­ie M101 zu beobacht­en. Hier zeigte sich erneut die zunehmende Qual­ität des Him­mels an diesem Abend. Noch nie habe ich vorher die Feuer­radgalax­ie so deut­lich wahrgenom­men. Da sich die Whirpool Galax­ie M51 in der Nähe befind­et musste ich diese natür­lich auch noch beobacht­en. Ich habe M51 vorher schon einige Male beobachtet aber solche Struk­turen wie an diesem Abend habe ich zuvor noch nie gese­hen. Ein­fach nur sagen­haft.

Mit­tler­weile hat­te ich auf­grund falsch­er Schuh­wahl schon richtig kalte Füße und wollte eigentlich so langsam auf­brechen und nach Hause fahren. Da sich aber so langsam der Schwan in den Him­mel erhob hat­te ich mich dazu entschlossen noch abzuwarten um einen Blick auf den Cir­rus­nebel wer­fen zu kön­nen. Auch hier waren die Struk­turen heute extrem gut zu sehen.

Har­ald hat­te mir dann noch emp­fohlen mir den Stern­haufen M11 im Stern­bild Schild anzuschauen. Dieser offene Stern­haufen wird auch Wilden­ten­haufen genan­nt. Ich muss sagen M11 ist ein wirk­lich sehr sehr schön­er offen­er Stern­haufen.

Nun stand das Stern­bild Füch­schen mit­tler­weile oben am Him­mel und somit war dies eine gute Möglichkeit den Hantel­nebel M27 zu beobacht­en.

Meine kalten Füße waren mir mit­tler­weile egal die Nacht war viel zu gut um schon nach Hause zu fahren.

Der Sko­r­pi­on stand nun eben­falls in ein­er guten Höhe um dort die bei­den Kugel­stern­haufen M4 und M80 zu beobacht­en. Im Anschluss habe ich im benach­barten Stern­bild Schlangen­träger noch die Kugel­stern­haufen M19, M10, M12, M14, M5 und M9 beobachtet.

Nun wurde es hell und am Hor­i­zont taucht­en die drei Plan­eten Jupiter Mars und Sat­urn auf. Natür­lich habe ich mir die drei auch noch ange­se­hen. Um 5:30 Uhr habe ich dann abge­baut und bin zufrieden nach Hause gefahren.

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