Vogelsberg am 21.01.2020

Vogelsberg am 21.01.2020

Es ist lei­der immer wieder das Gleiche…in der Jahreszeit mit den läng­sten Nächt­en spielt meis­tens das Wet­ter nicht mit und so sind es auch schon wieder drei Monate in denen es keine Gele­gen­heit gab meinem Hob­by nachzuge­hen. 

Als mir dann gestern Mor­gen Björn geschrieben hat, dass er abends im Vogels­berg astroak­tiv ist habe ich mich natür­lich angeschlossen. Nor­maler­weise ver­mei­de ich solche Touren unter der Woche, wenn ich am näch­sten Mor­gen früh raus muss, aber ich war natür­lich extrem heiß darauf endlich wieder beobacht­en zu kön­nen. Also habe ich gegen Abend mein Auto gepackt und bin los­ge­fahren.

Außer Björn war noch der Her­mann dort um die ganze Nacht hin­durch wieder tolle Astroauf­nah­men zu machen (Wer sich die Auf­nah­men von Her­mann anschauen möchte, kann dies auf der Seite vom astronomis­chen Arbeit­skreis Freigericht machen). So waren wir also zu dritt an diesem Abend und nach einem kurzen Plausch habe ich dann auch gle­ich mit dem Auf­bau meines Dob­sons begonnen.

Den Beobach­tungsabend habe ich mit eini­gen Stan­dar­d­ob­jek­ten begonnen die ger­ade sehr gün­stig am Him­mel standen. Zunächst ein­mal den Ori­on­nebel M42 im Stern­bild Ori­on. Im Anschluss waren dann die bei­den Galax­ien M81 und M82 im großen Bär an der Rei­he.

Da ich erst seit kurzem über einen neuen Ster­ne­nat­las und den dazu passenden optis­chen Such­er ver­füge bin ich im Starhop­ping noch nicht so geübt und hat­te mir vorgenom­men heute weit­er an meinen Fähigkeit­en zu arbeit­en. Erstes Ziel war der Inter­galak­tis­che Wan­der­er NGC 2419 im Stern­bild Luchs. Hier­bei han­delt es sich um einen Kugel­stern­haufen der vom Zen­trum unser­er Milch­straße 300.000 Licht­jahren ent­fer­nt ist. Zufäl­lig hat­te Björn das gle­iche Ziel im Visi­er und hat­te ihn vor mir bere­its ins seinem 20 Zöller eingestellt. Den ersten Blick auf NGC 2419 habe ich dann also bei Björn am Teleskop gewor­fen. Ein hüb­sch­er Wat­te­bausch war dort zu sehen. Aber eine Auflö­sung in Einzel­sterne war nicht möglich. Zurück an meinem Teleskop gelang es mir einige Minuten später mit­tels Starhop­ping eben­falls den Kugel­stern­haufen einzustellen.  

Mein näch­stes Objekt aus dem Ster­ne­nat­las war NGC 2415, eine Galax­ie im Stern­bild Zwill­ing. Dieses mal ging es etwas schneller mit dem Starhop­ping, aber als ich die Galax­ie im Oku­lar hat­te musste ich Björn noch bit­ten sich diese anzuschauen und mir die Bestä­ti­gung zu geben, da sie sehr dif­fus war. Björn hat mir dann emp­fohlen noch den Erd­nuss­nebel NGC 2371 im Zwill­ing aufzusuchen. Auch diesen habe ich rel­a­tiv schnell gefun­den und ich muss sagen die Ähn­lichkeit mit ein­er Erd­nuss ist verblüf­fend. Mit indi­rek­tem Sehen kon­nte ich sog­ar zwis­chen­durch den Zen­tral­stern auf­blinken sehen. Im Zwill­ing befind­et sich noch ein weit­er­er sehr schön­er plan­e­tarisch­er Nebel, den ich auch schon des öfteren beobachtet habe. Hier­bei han­delt es sich um NGC 2392 den Eski­monebel. Natür­lich habe ich diesen dann im Anschluss an NGC 2371 beobachtet. Im Anschluss an den Eski­monebel habe ich die näch­ste Galax­ie NGC 2342 im Stern­bild Zwill­ing aufge­sucht. Hier­bei han­delt es sich um eine Whirlpool­galax­ie welche allerd­ings auch recht schwach und klein im Oku­lar zu sehen war.

Björn hat mir dann den Roset­ten­nebel an meinem 16 Zöller eingestellt, da ich diesen bish­er noch nicht beobachtet hat­te. Ich frage mich nun warum ich das bis zu diesem Abend ver­säumt hat­te. Der Nebel hat sich wun­der­bar vom Hin­ter­grund abge­hoben und war in den neuen 2 Zoll Oku­laren ein prächtiger Anblick. Etwas weit­er rechts im Stern­bild Ori­on habe ich mir dann einen weit­eren plan­e­tarischen Nebel NGC 2022 ange­se­hen. Er war zwar recht klein und leicht zu überse­hen, aber trotz­dem den Besuch wert.

Danach gab im 20 Zöller von Björn eine nette Samm­lung von Galax­ien im Stern­bild Löwen zu sehen. Die drei Galax­ien NGC 3430, NGC  3424 und NGC 3413 waren gle­ichzeit­ig im Oku­lar zu sehen. Zwei weit­ere Galax­ien in der direk­ten Nach­barschaft NGC  3395 und NGC 3396 waren eben­falls gle­ichzeit­ig im Oku­lar zu sehen und standen bei­de recht nahe beieinan­der und so schräg, dass es beina­he wie ein “bös­er Blick” aus­ge­se­hen hat. Eben­falls bei Björn haben wir dann noch die Galax­ie NGC 2683 beobachtet. Eine wirk­lich schöne Galax­ie im Stern­bild Luchs.

Im Stern­bild Luchs befind­et sich auch der Galax­ien­haufen NGC 2832. Hier habe ich lange gesucht, bis mich Björn dann darauf aufmerk­sam gemacht hat, dass ich viel zu tief war und somit gar nicht fündig wer­den kon­nte. Nach der Neuaus­rich­tung hat es dann auch rel­a­tiv schnell geklappt.

Das let­zte neue Objekt an diesem Abend war dann die lin­sen­för­mige Galax­ie NGC 2859 im Stern­bild Löwe.

Da die Zeit nun bere­its recht fort­geschrit­ten war und ich ja am näch­sten Mor­gen früh raus musste, habe ich zum Abschluss noch einige mir schon bekan­nt Objek­te aufge­sucht. Zum einen das Leo Triplet im Stern­bild Löwen und zum  Abschluss die Whirlpool­galax­ie M51 im Stern­bild Jagdhunde. M51 war an diesem Abend wirk­lich über­ra­gend gut zu sehen. Nach der Whirlpool­galax­ie habe ich dann abge­baut, mich von den anderen bei­den ver­ab­schiedet und bin nach Hause gefahren.

Um 2 Uhr lag ich dann zu Hause im Bett und war total glück­lich, dass ich mich dazu entsch­ieden hat­te raus zu fahren. Ich habe in dieser für mich extrem kurzen Beobach­tungsnacht immer­hin 20 Objek­te beobacht­en kön­nen. Von den 20 Objek­ten waren 14 für mich neue Objek­te dabei. Also eine wirk­lich gute Nacht. Ich freue mich schon aufs näch­ste Mal.

Bildquellen

  • erd­nuss: Matthias Schmidt
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