Weibersbrunn am 26.10.2019

Weibersbrunn am 26.10.2019

Auch heute waren die Vorher­sagen nicht unbe­d­ingt bess­er als gestern. Trotz­dem haben Björn und ich uns wieder verabre­det. Auch Ste­fan wollte heute bei passen­dem Wet­ter kom­men. Wir standen den ganzen Tag immer wieder in Kon­takt und haben uns abges­timmt ob es sich lohnt oder nicht. Irgend­wann haben wir uns dann dazu entsch­ieden es zu wagen, aber nicht auf unserem üblichen Beobach­tungsplatz, da hier der Wind doch recht ungemütlich war. Als Auswe­i­chort hat­te Björn eine Stelle am Hoherod­skopf vorgeschla­gen an der früher mal eine Funksta­tion ges­tanden hat. Ich macht mich als erstes auf den Weg und wollte schon mal den Platz erkun­den. Durch die Bäume ring­sum war es dort in der Tat wesentlich wind­stiller. Die Bäume waren zwar auch recht hoch, aber hät­ten beim Beobacht­en nur gestört wenn man Objek­te nahe des Hor­i­zonts beobacht­en wollte. Lei­der war es total bewölkt. Ich habe noch eine Weile gewartet ob es vielle­icht etwas aufk­lärt, aber da waren nicht mal Lück­en zu sehen. Ich habe Björn dann von der aktuellen Lage berichtet und wir haben den Beobach­tungsabend dann abge­sagt. Also machte ich mich dann wieder auf den Heimweg. Unter­wegs ist mir dann die Idee gekom­men an meinen alten Beobach­tung­sort Weibers­brunn in den Spes­sart zu fahren. Dort angekom­men waren die Bedin­gun­gen sog­ar etwas bess­er als am Abend zuvor im Vogels­berg und ich habe mein Teleskop ange­fan­gen aufzubauen.

Meine Tour habe ich mit dem Eulen­haufen NGC457 ges­tartet. Da auch heute immer wieder Wolken­felder über den Him­mel zogen musste ich immer etwas sprin­gen und habe als näch­stes Objekt den Hantel­nebel M27 im Schwan beobachtet. Hier zeigte sich, dass die Qual­ität des Him­mels heute nicht wirk­lich zufrieden­stel­lend war. Man kon­nte ger­ade noch so die Hantelform erken­nen. Auch der Stur­mvo­gel NGC6960 im Schwan war sehr dif­fus und hat sich nicht wirk­lich vom Hin­ter­grund abge­hoben.  Das näch­ste Objekt war dann der Kugel­stern­haufen M56 im Stern­bild Leier.

Da das näch­ste Wolken­feld im Anmarsch war wech­selte ich wieder die Him­mel­srich­tung und hielt mich eine Weile im Stern­bild Perseus auf. Hier habe ich den kleinen Hantel­nebel M76 beobachtet. Danach habe ich ver­sucht die Galax­ie NGC1169 zu find­en. Es hat eine Weile gedauert, aber ich war dann am Ende doch noch erfol­gre­ich. Sie war nichts beson­deres eher klein und schein­bar und auch leicht zu überse­hen. Ich werde sie mir aber noch mal bei guten Bedin­gun­gen anschauen.

Die näch­sten Galax­ien standen nun auf dem Pro­gramm. Der große Wagen stand ger­ade gün­stig weshalb ich der Zigarre M82 und der Bodes Galax­ie M81 einen Besuch abges­tat­tet habe. In dem Moment hat­te ich recht viel Glück und kon­nte bei der Zigarre auch das Staub­band in der Mitte deut­lich erken­nen. Im Anschluss an die bei­den habe ich noch einen Abstech­er zu unser­er Nach­bar­galax­ie M31 gemacht. Auf dieser Seite des Him­mels waren die Bedin­gun­gen jedoch wieder wesentlich schlechter.

Von Androm­e­da aus bin ich dann weit­er zum Kugel­stern­haufen M15 im Stern­bild Pega­sus gewan­dert. Immer wieder schön anzuse­hen die Kugel­stern­haufen. Anschließend habe ich noch einen kurzen Blick auf ein weit­eres Stan­dar­d­ob­jekt, den Ringnebel M57, gewor­fen.

Nun war es wieder Zeit etwas Starhop­ping zu üben. Dazu hat­te ich mir den plan­e­tarischen Nebel NGC7139 aus­ge­sucht. Lei­der kon­nte ich ihn nicht find­en obwohl ich mir sich­er bin, dass ich an der richti­gen Stelle war. Ich muss mal bei Gele­gen­heit schauen wie groß dieser ist.

Der näch­ste Ver­such mit Starhop­ping war eben­falls ein plan­e­tarisch­er Nebel im Kepheus. Dieses Mal wollte ich NGC7354 find­en. Nach ca. 20 Minuten war ich am Ziel. Ein sehr klein­er und unschein­bar­er plan­e­tarisch­er Nebel, aber trotz­dem schön anzuse­hen.

Zum Abschluss habe ich mir noch die Stern­haufen h & Chi ange­se­hen. Auch die Ple­jaden mit Allys Zopf habe ich mir nochmal vorgenom­men. Den Abschluss des Abends bildete dann noch der wun­der­schöne Ori­on­nebel M42.

Ich bin an diesem Abend viele Kilo­me­ter gefahren, um doch noch Ster­nen­licht zu genießen, aber es war jeden Kilo­me­ter wert. Ich muss aber auch sagen, dass es mit­tler­weile echt unge­wohnt ist alleine in der Wild­nis zu ste­hen. Es war mir zwis­chen­durch schon fast etwas unheim­lich. Außer­dem hat man keinen mit dem man sich aus­tauschen kann. Zu zweit oder mit mehreren macht das defin­i­tiv noch mehr Spaß.

 

 

Bildquellen

  • Ster­nenkarte: Matthias Schmidt
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