<span class="caps">ITV</span> 2019 — Gedern

ITV 2019 — Gedern

Foto: Matthias Schmidt
29.05.2019: Dieses Jahr hat es wieder geklappt und ich kon­nte mit meinem Sohn das zweite Mal zum “inter­na­tionalen Teleskop­tr­e­f­fen Vogels­berg” nach Ged­ern fahren. Am Mittwoch ging die Reise mit voll bepack­tem Auto los. Da wir dieses Mal etwas früher angekom­men sind, kon­nten wir uns noch einen schö­nen ger­aden Platz aus­suchen. Nur der Stro­man­schluss war etwas schwierig, da bere­its alle Steck­dosen im Verteil­er belegt waren. Dank net­ter Zelt­nach­barn kon­nten wir dieses Prob­lem aber schnell lösen.  Gegen Abend habe ich dann das 16 Zoll Dob­son aufge­baut. Zusät­zlich hat­ten wir noch den kleinen 5 Zoll MAK von Sky­watch­er im Gepäck. Mit ihm wollte ich die Depp­Sky-Kam­era-App von einem Vere­ins­mit­glied der AG-Ori­on testen und mich somit mal mit dem The­ma Astro­fo­tografie beschäfti­gen.

Foto: Matthias Schmidt
Als die Däm­merung ein­brach und der Him­mel recht klar war, kon­nte ich es kaum noch erwarten endlich wieder zu beobacht­en. Die ersten Sterne (Deneb, Wega und Ark­tur) waren schon recht früh zu sehen, doch bis es richtig dunkel wird dauert zu dieser Jahreszeit eine gefühlte Ewigkeit.

Endlich war der Herkules zu sehen war und ich begann meine Beobach­tungsnacht mit dem Kugel­stern­haufen M13. Dieser war wie immer ein Genuss. Vor allem mit hoher Ver­größerung war er ein beein­druck­ender Anblick. Weit­er ging es mit dem Ringnebel M57 im Stern­bild Leier.

Da es mit­tler­weile recht dunkel und klar war ver­suchte ich mich an den ersten Galax­ien. Erstes Ziel war das Leo Triplet im Löwen. Lei­der waren nur zwei der drei Galax­ien zu sehen und diese auch recht schwach. Die näch­ste Galax­ie war die Wal­galax­ie im Stern­bild Haar der Berenike. Aber auch dies war im Ver­gle­ich zur let­zten Beobach­tung kaum wieder zu erken­nen. Der Grund für die schlechte Sicht auf die Galax­ien lag mit hoher Wahrschein­lichkeit in der Aufhel­lung des Him­mels in dieser Rich­tung. Der große Wagen stand etwas höher und nicht ganz in der Licht­glocke, also habe ich dort mal den Eulen­nebel M97, die Galax­ie M108 und die Whirlpool­galax­ie M51 ins Visi­er genom­men. Aber auch hier war der Him­mel ein­fach nicht dunkel genug.

Ich habe mich also for­t­an wieder eher dem nördlichen und östlichen Him­mel gewid­met. Dort habe ich dann noch den Eulen­haufen NGC457 und den offe­nen Stern­haufen M103 im Stern­bild Kas­siopeia beobachtet. Nach­dem der Schwan dann eine vernün­ftige Höhe erre­icht hat­te war der Cir­rus­nebel natür­lich Pflicht. Auch ein neues Objekt, dass mir bere­its von Björn und an diesem Abend auch von Matthew emp­fohlen wurde hat mir viel Freude bere­it­et. Es han­delte sich hier­bei um den Kugel­stern­haufen NGC6229 im Stern­bild Herkules.

Im Anschluss habe ich dann noch die bei­den Kugel­stern­haufen M92 im Herkules und M3 im Stern­bild Jagdhunde beobachtet. Da die Bedin­gun­gen mit­tler­weile auf­grund aufziehen­der Bewölkung nicht mehr ide­al waren bildete Jupiter den Abschluss des Abends. Aber auch dieser war auf­grund des mit­tler­weile schlecht­en See­ings nicht sehr lohnenswert.

30.05.2019: Heute hat­ten wir tagsüber Besuch von zwei Fre­un­den meines Sohnes und deren Väter mit denen wir den Tag am See bzw. am Spielplatz in der Nähe ver­bracht haben. Am Abend war dann lei­der schnell klar, dass es in dieser Nacht nichts wer­den wird mit Beobacht­en, da der Him­mel stark bewölkt war. Um 23 Uhr sind wir dann schlafen gegan­gen.

Foto: Matthias Schmidt
31.05.2019: Den heuti­gen Tag haben wir genutzt und sind ein wenig auf dem Gelände des ITV unter­wegs gewe­sen und haben uns einige andere Teleskope angeschaut und einige Gespräche geführt.

Außer­dem durften wir bei unserem Nach­barn Wol­fram mal durch sein H‑Alpha Teleskop durch­schauen und eine Pro­tu­ber­anz auf der Sonne beobacht­en. Da kommt man schon wieder ins Grü­beln ob man sich nicht auch so ein tolles Gerät anschafft. 

Die Vorher­sage für den heuti­gen Abend war etwas bess­er, so dass ich erneut beim Ein­bruch der Däm­merung vor unserem Teleskop auf und ab gelaufen bin und auf die Nacht gewartet habe. Nach Ein­bruch der Dunkel­heit war aber schnell klar es wird kein über­ra­gen­der Abend wer­den. Es waren doch recht viele Schleier­wolken am Him­mel, so dass man sich immer Lück­en suchen musste. 

Allen widri­gen Umstän­den zum Trotz ging es erneut mit M13 und M57 los. Bei­de waren aber längst nicht so klar wie am ersten Abend. Dafür war heute die Galax­ie M51 etwas bess­er zu sehen. Der Eulen­nebel war wiederum wesentlich schlechter als am ersten Abend.

Über­ra­gend hinge­gen war der Kugel­stern­haufen M3. Er war im Oku­lar wie aus­ges­tanzt und hat den Abend gerettet. Dage­gen war der Kugel­stern­haufen NGC6229 an diesem Abend ent­täuschend.

Zwis­chen­durch wagte ich noch einen Blick auf M64 die Black Eye Galax­ie. Sie war längst nicht so beein­druck­end wie beim let­zten Mal aber die Dunkel­wolke war trotz­dem zu erken­nen. Als neues Objekt kann ich nun auf mein­er Liste die Galax­ie M106 im Stern­bild Jagdhunde ver­merken. Die Galax­ie hat einen recht hellen Kern ist aber anson­sten sehr klein im Oku­lar.

Zum Abschluss ging es dann nochmal zum Kugel­stern­haufen M92 und dem Eulen­haufen NGC457.  

Das erste Mal musste ich dies­mal eine Beobach­tungsnacht abbrechen, weil der Fangspiegel zuge­taut war. Das hat­te ich bish­er auch noch nicht erlebt. Die Luft­feuchtigkeit in dieser Nacht war aber auch extrem.

01.06.2019: Da ich zu Hause noch einiges zu erledi­gen hat­te und mein Sohn noch seine Schu­lauf­gaben machen musste sind wir dann am Sam­stag lei­der schon abgereist.

Faz­it: Da ich mit­tler­weile durch meinen eigentlichen Beobach­tung­sort im Vogels­berg doch ziem­lich ver­wöh­nt bin, was die Qual­ität des Him­mels bet­rifft, waren die bei­den Beobach­tungsnächte nicht wirk­lich toll. Trotz­dem haben bei­de Abende Spaß gemacht. Im Vorder­grund des ITV ste­hen für mich aber weit­er­hin das Event an sich, die gemein­same Zeit mit meinem Sohn beim Camp­en, die inter­es­san­ten Gespräche sowie die vie­len neue Kon­tak­te die man knüpfen kann. Ich habe in den paar Tagen wieder ganz viel tolle Men­schen ken­nen­gel­ernt.

 

 

Bildquellen

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